Künstlervereinigung Rekener Farbmühle e.V.

Rainer Gardian, Malerei

 

Lehrer lässt nicht von der Kunst

Der Coesfelder schätzt den Vorteil einer Künstlervereinigung

 

Von Irmgard Jünck (17.10.2012)

GROSS REKEN/COESFELD. Rainer Gardian arbeitet vorwiegend mit Öl und Acryl. In seinen Bildern und Collagen widmet sich der Künstler dem menschlichen Körper. Er beschäftigt sich in erster Linie mit der Frage, wie sich der Zustand des Menschen in der heutigen Welt darstellt. Seit Anfang des Jahres ist der Coesfelder Mitglied im Kunstverein „Farbmühle Reken“.

 

Gardian, der zwei Jahre lang in Reken gelebt hat, beschloss dem Verein beizutreten, weil ein Coesfelder Künstler-Forum sich aufgelöst hatte. Veronika Wenker und Ulrike Benson waren es, die die Kontakte nach Reken knüpften. „Sich einer Künstlergruppe anzuschließen“, erklärt Gardian, sei von Vorteil. Denn eine Ausstellung zu organisieren sei dann einfacher.

Seinen Traum vom Leben als Künstler hat sich Gardian erfüllt. "In einer medial vernetzten Welt steht der menschliche Körper zunehmend unter dem Zwang absoluter Verfügbarkeit und Flexibilität." Der KÜnstler fragt kritisch, welche Möglichkeiten und Fähigkeiten die Menschen noch entwickeln müssten, um über die physische Begrenztheit hinauszuwachsen.

 

"Welche Bestandteile des menschlichen Körpers können noch technisch verändert oder ersetzt werden und wie lange kann da noch von einem Ich gesprochen werden?" Er bemängelt, dass zunehmend Sendungen über die Mattscheibe liefen, die die Schönheit des Menschen im Fokus hätten. Auch mit dem menschlichen Hirn beschäftigt sich der 63jährige intensiv. Per Zufall sei ihm das Buch des Hirnchirurgen Prof. Dr. Detlef Linke in die Hände gefallen. "Seitdem fesselt mich die philosophische Frage nach der Unsterblichkeit. Und ich habe angefangen, mich mit dem menschlichen Körper und seiner Umgestaltung zu beschäftigen." Seine Gedanken zu diesen Themen verarbeitet der Coesfelder in düsteren Zukunftsvisionen.

Zahlreiche Ausstellungen hat der Maler, der Betriebswirtschaft, Pädagogik und Geschichte studierte und jahrelang an Berufskollegs unterrichtete, auf die Beine gestellt. Bereits seit frühester Kindheit beschäftigt sich der Künstler mit Malen und Zeichnen. Seine Eltern, berichtet der Mann, hätten ihm damals von einem Kunststudium abgeraten und ihm nahegelegt, etwas "Vernünftiges" zu lernen.

Gardian besuchte einige Kunstkurse ; seine erste Ausstellung war im Jahr 1986. Als Autodidakt war er seit 1990 künstlerisch tätig. Ein Kunststudium absolvierte er von 1999 bis 2003 an der Kunsthochschule in Enschede und er studierte zudem „Airbrush-Design“ in Bochum.

Weitere künstlerische Projekte: die farbliche Umgestaltung von Wänden, etwa in der Dülmener Freizeitanlage "Joy'n us" und in einer Tennishalle in Lette. Und Gardian will weiterhin im Verein mitmischen. „Die Rekener Farbmühle ist ziemlich aktiv“, freut er sich.

Rekener Farbmühle e.V. | farbmueller@gmail.com