Künstlervereinigung im Münsterland

Kunst die aus dem Feuer kommt…

Die heiße Phase ist für sechs Hobby-Künstlerinnen von der Rekener Farbmühle am Freitagvormittag schon vorbei. Ihre Mühlensteine aus Bronze sind da bereits fertig oder bekommen gerade an der Maschine den Feinschliff. Tags zuvor wurden die Formen bei einer Temperatur von 1140 Grad ausgegossen. „Das war der spannendste Moment“, sagt Farbmüllerin Marion Vrenegor aus Borken rückblickend.

Die Bronze-Mühlensteine entstehen bei einem Workshop der Farbmühle unter der Anleitung des Bildhauers und Illustrators Bernd Streiter sowie des Bronzegießers Klaus Cenkier. Der Workshop ist das Ergebnis eines kulturellen Austausches der Partnergemeinden Reken und Lenzen. Bernd Streiter ist der Künstler aus Mödlich nahe Lenzen, der in Zusammenarbeit mit Klaus Cenkier die Bronze-Skulpturen für den Platz am Hülstener Vereinsheim angefertigt hat.

Der Workshop ist zweigeteilt. Die ersten sechs Farbmüllerinnen waren am Donnerstag und Freitagvormittag an der Reihe. Weitere sechs Künstlerinnen starteten am Freitagnachmittag. Für sie endet der Workshop am Samstagmittag. Insgesamt entstehen zwölf zirka zehn mal 15 Zentimeter große Mühlensteine aus Bronze. Jeder Mühlenstein ist mit einem Motiv gestaltet, das einen Bezug zu Reken hat. Künstlerin Liza Ettwig hat sich für einen Schriftzug „Recnon“ entschieden. Unter diesem Namen wurde das Rekener Gemeindegebiet im Jahr 889 erstmals urkundlich erwähnt. Es gibt übrigens auch einen Mühlenstein mit dieser Jahreszahl. Weitere Motive der ersten Gruppe sind unter anderem die Wildpferde und die Waldkapelle.

Der Arbeitsprozess ist komplex. Teilweise haben die Farbmüllerinnen ihre Motive im Vorfeld auf Gipsplatten modelliert, um den Prozess zu vereinfachen. Teilweise ritzen sie die Motive aber auch direkt mit Werkzeugen in Natursand. Den Sand müssen sie zuvor in Formkästen pressen. Die Motive werden dann in Sand abgeformt. Im Formkasten verbleibt ein Hohlraum, der schließlich mit der geschmolzenen Bronze ausgegossen wird. Nach dem Abkühlen und einem Bad in kaltem Wasser ist der Mühlenstein fast fertig. Die Steine werden später noch mit einer Patina überzogen, damit sie witterungsbeständig sind. Offen ist laut den Farbmüllerinnen noch, was mit den Mühlensteinen geschieht. Denkbar sei beispielsweise, dass sie als Gehwegplatten im Boden verankert werden. Auch eine Stele sei im Gespräch.

Die Farbmüllerinnen, die am Donnerstag und Freitag an der Reihe waren, schwärmen von der Bronzeguss-Erfahrung. „Ich bin total erfüllt nach Hause gegangen“, sagt Lilo Wolter. „Es war eine Bereicherung.“ Sie betont, dass es eine Ehre für alle Farbmüllerinnen sei, mit den Profi-Künstlern Bernd Streiter und Klaus Cenkier zusammenzuarbeiten.

Bronzegießer Klaus Cenkier lobt das Geschick der Künstlerinnen. „Man hat schon gemerkt, dass bei ihnen eine gewisse Erfahrung vorhanden ist“, sagt er. Die Ergebnisse seien „sehr, sehr gut“. Und: „Wir sind ein tolles Team.“

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